Sparkassen-StandardRating

Das Sparkassen-StandardRating liefert eine trennscharfe und stabile Bonitätseinschätzung für Unternehmenskunden.

Neben Finanzkennzahlen werden auch Kontoinformationen und qualitative Faktoren berücksichtigt. Die StandardRating-Note dient als objektives Entscheidungskriterium im Kreditvergabeprozess, als Grundlage für eine risikogerechte Preispolitik und die Risikosteuerung im Institut.

Mit verschiedenen Modulen zur Rating-Note

Das Sparkassen-StandardRating hat einen modularen Aufbau, das heißt, es wird zunächst geprüft, welche Informationen zu einem Unternehmen der Sparkasse/Landesbank bekannt sind und in die Ermittlung der Rating-Note einfließen können. Diese Informationen lassen sich in Kategorien unterteilen. Liegen für ein Unternehmen Informationen zu den aufgeführten Kategorien nicht vor, so bleiben sie bei der Ermittlung der Rating-Note unberücksichtigt.

Infografik StandardRating

1. Finanzrating
Das Finanzrating basiert auf dem Jahresabschluss des Kunden. Bei Gewerbekunden mit geringerem Geschäftsumfang oder Kunden mit freiberuflicher Tätigkeit wird alternativ die Einnahmen-Überschuss-Rechnung herangezogen. Die darin enthaltenen Informationen werden zu verschiedenen Kennzahlen verdichtet, wie  z. B. der Eigenkapitalquote und der Cash-Flow-Kennzahl. Als Ergebnis werden die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden bewertet.
 

2. Qualitative Faktoren
In das Qualitative Rating fließen die trennscharfen Faktoren jenseits des Jahresabschlusses in den Bewertungsprozess ein. So geht es z. B. darum, die Eigenschaften des Unternehmens und des Unternehmers/der Unternehmerin bzw. des Geschäftsführers/der Geschäftsführerin abzubilden. Dabei werden beobachtete Stärken positiv gewürdigt, mögliche Defizite aber ebenfalls erfasst. Es werden außerdem Informationen zur Branche und zum Produkt einbezogen. Ebenso werden die Überlegungen und Maßnahmen zur Sicherung der Unternehmernachfolge berücksichtigt.
 

3. Kontoverhalten
Bei Kunden, die bereits eine Geschäftsbeziehung zur Sparkasse/Landesbank unterhalten, wird auch der bisherige Verlauf dieser betrachtet. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, ob die Kontoführung des Girokontos in den vergangenen Monaten im Rahmen der getroffenen Vereinbarungen erfolgte.


4. Warnsignale
Informationen, die eine kurzfristig bevorstehende Liquiditäts- oder Zahlungskrise signalisieren, werden als Warnsignale im Rating berücksichtigt. Lastschriftrückgaben mangels Kontodeckung oder nicht bezahlte Darlehensraten kommen typischerweise als Warnsignale in Betracht. Sind solche Warnsignale beim Kunden zu beobachten, muss dies entsprechend in der Rating-Note berücksichtigt werden. Warnsignale führen zur Abstufung der bisher ermittelten Rating-Note.
 

5. Haftungsverbund
Das Rating bewertet entsprechend den Anforderungen der Bankenaufsicht immer die kleinste rechtliche Einheit, also jedes Unternehmen für sich. Bei der Ermittlung der Rating-Note wird jedoch berücksichtigt, wenn sich ein Unternehmen innerhalb einer Konzernstruktur befindet, das heißt, es besteht ein Mutter-Tochter-Verhältnis.

Diese Haftungsverbünde können für den Kunden der Sparkasse/Landesbank eine Chance darstellen (z. B. bei einer wirtschaftlich sehr starken Muttergesellschaft), aber auch ein Risiko mit sich bringen, beispielsweise bei einer defizitär arbeitenden eigenen Tochtergesellschaft. Im Rating-Prozess wird die Art der Verflechtung zwischen den Unternehmen innerhalb einer Konzernstruktur entsprechend bewertet und gewürdigt.


6. Ausfallinformationen
Ein Ausfall ist eingetreten, wenn es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass das Unternehmen seine Verbindlichkeiten gegenüber der Sparkasse/Landesbank in voller Höhe begleichen wird, ohne dass auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten zurückgegriffen werden muss. Beispiele sind die Bildung einer Einzelwertberichtung als Risikovorsorge oder eine Überziehung von mehr als 90 aufeinander folgenden Kalendertagen.